Das Sommerblut Festival

Festivalschwerpunkt 2017

16 Jahre Sommerblut – ein Rausch an Eindrücken und Emotionen. Passend zum diesjährigen Schwerpunkt präsentiert das Festival einen rauschhaften spartenübergreifenden Mix aus Tanz, Theater, Performance, Musik, Ausstellungen, Lesungen, Literatur-Oper uvm.

Das Festivalprogramm beleuchtet in 35 Veranstaltungen mit über 220 Künstlern an 24 Veranstaltungsorten die verschiedenen Facetten dieses besonderen psychischen Zustands. Ob mit oder ohne Hilfsmittel, ob Drogen-, Alkohol-, Liebes-, Macht-, Schaffens- oder Kaufrausch – Rauschzustände sind Teil unseres (Alltags-) Lebens und können sowohl inspirieren als auch zerstören.

Es geht um Höhenflüge und Abstürze. Auch die Kunst war von jeher vom Rausch inspiriert oder inspiriert die Kunst den Rausch….? Die Wechselbeziehung von Rausch und Kunst ist eng. Musik und Tanz können so konzipiert sein, dass sie rauschhafte Zustände von Trance oder Ekstase hervorrufen. Viele Beispiele in der Kunst zeugen von rauschhaften Momenten – sei es beim Künstler als Quelle der Inspiration oder beim Publikum im Moment der Begeisterung.

Festivalprofil

SOMMERBLUT, das „Festival der Multipolarkultur“, versteht sich als inklusives Kulturfestival, welches unterschiedliche gesellschaftliche, soziale und politische Standpunkte und Identitäten miteinander verbindet. Der Inklusionsbegriff wird hierbei bewusst weit gefasst: es geht um körperliche und kognitive Merkmale, Lebensformen, Wertesysteme, Traditionen, Glaubensrichtungen – all das, was die Identität eines jeden Menschen und den täglichen Diskurs in unserer Gesellschaft bestimmt. Das Festival lädt ein zu einem Perspektivwechsel, in Richtung einer grenzüberschreitenden, mutigen Kunst und Kultur.

SOMMERBLUT stellt 2017 das Thema RAUSCH in den Mittelpunkt und beleuchtet die verschiedenen Facetten dieses besonderen psychischen Zustands. Eine Welt ohne Rauschzustände, Alkohol und andere Drogen ist kaum vorstellbar. Jedoch wer kann genau sagen, ob die im Rausch erblickten Paradiese künstlich sind? Erst der Rausch könnte den Zugang zu einer anderen, höheren oder vielleicht sogar göttlichen Ebene der Realität öffnen.

2016 hatte SOMMERBLUT den Schwerpunkt LIEBE. Mit einem umfangreichen Kultur- und Kunstprogramm begeisterte das Kulturfestival zu seinem 15jährigen Geburtstag rund 15.000 Menschen. Höhepunkte waren unter anderem das MUSEUM OF BROKEN RELATIONSHIPS aus Zagreb, die Tanz-Theaterperformance MYDENTITI und die inklusive Theaterinszenierung SOFT CORE. Emotionaler Höhepunkt war LIEBE VERBINDET. Das Konzert für Kölner und Flüchtlinge in der Kölner Philharmonie setzte ein Zeichen für Toleranz, Vertrauen und ein positives Miteinander in unserer Gesellschaft und schloss mit einer Kundgebung auf den Domtreppen am Kölner Hauptbahnhof.

Schirmherr des Festivals ist Jürgen Roters, ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt Köln. Vorsitzende des Sommerblut Kulturfestival e.V. ist Andrea Asch, MdL. Dem Förderverein obliegt die Organisation und Durchführung der Theater-, Musik- und Tanzproduktionen mit professionellen Künstlern und Menschen mit Behinderung und/oder sozialer Benachteiligung, wie u.a. „Niko von Glasow´s Alles wird gut“ (2011), „Anderland“ (2012), „Staying Alive“ (2013), „Sexistenz“ (2014), „INKLU:CITY“ und „Ausgebrannt (2015) sowie „Mydentitiy“, „Diese Liebe“ und „Liebe verbindet“ (2016).

Schirmherrschaft

Fünf Fragen zum Thema Rausch an Jürgen Roters, Schirmherr des Sommerblut Kulturfestivals

Portrait von Jürgen Roters, Schirmherr Sommerblut Kulturfestival
Jürgen Roters, Schirmherr Sommerblut Kulturfestival

Rausch bedeutet für mich
die Ausschüttung von Glückshormonen und eine euphorische Stimmung. Ich berausche mich an der unvergleichlichen Schönheit, die die großen Werke der Musik vermitteln.

Mein letzter „alkoholischer“ Rausch war
deprimierend, als sich die Folgen zeigten.

Kunst und Rausch sind
Zwillinge – man kann alleine leben, aber irgendwie findet man immer wieder zusammen.

Nach dem Rausch kommt
bei manchem der unausweichliche Wunsch, es erneut zu versuchen.

Eine Welt ohne Rauschzustände wäre
politisch gesehen friedlicher: wie im Rausch haben die Menschen auf den teuflischen Aufruf von Goebbels geantwortet „Wollt ihr den totalen Krieg?“ und damit ihren eigenen Untergang besiegelt.

Andererseits ist er wohl ein Grundbedürfnis der Menschheit.

Noah legte, nachdem er die Arche gerettet hatte, umgehend einen Weinberg an und betrank sich so sehr an seinem Wein, dass er nackt in seinem Zelt zusammenbrach.

Grußworte

Andrea Asch MdL

Liebe Festival-Besucherinnen und Besucher,

Willkommen zum Sommerblut Kulturfestival 2017! Nach dem 15jährigen großen Jubiläum im letzten Jahr erwartet uns dieses Jahr ein konzentriertes Programm, das sich einem außergewöhnlichen Thema widmet: Rausch.

Es geht um Höhenflüge und Abstürze. Das Festivalprogramm beleuchtet die verschiedenen Facetten dieses besonderen psychischen Zustands. Eine Welt ohne Rauschzustände, ist kaum vorstellbar. Die Grenzen des eigenen Selbst und der Realität zu überwinden scheint, über kulturelle Grenzen hinweg, eine menschliche Sehnsucht zu sein. Zahllose Beispiele der Verknüpfung von Rausch und Religion belegen das Streben nach Überwindung der Schranken des menschlichen Bewusstseins, um in jene Sphären eintreten zu können, die dem nüchternen Wachzustand verborgen sind.

Die Wechselbeziehung von Rausch und Kunst ist eng. Musik und Tanz können so konzipiert sein, dass sie rauschhafte Zustände von Trance oder Ekstase hervorrufen. Viele Beispiele in der Kunst zeugen von rauschhaften Momenten – sei es beim Künstler als Quelle der Inspiration oder beim Publikum im Moment der Begeisterung.

Aber es gibt auch eine hässliche Kehrseite des Rausches: die Sucht. Es gibt erstaunlich viele Gefühle, Dinge und Tätigkeiten, die den emotionalen Zustand des Rausches auslösen können: Liebe, Macht, Blut, Geld, Spielen, Geschwindigkeit, Einkaufen… und die meisten dieser Worte lassen sich leider auch mit „Sucht“ verbinden. Im Endstadium der Sucht hat die Droge ihre Rauschwirkung verloren und dient nur noch dazu, das Auftreten von Entzugserscheinungen zu bekämpfen.

Sommerblut verarbeitet dieses facettenreiche Thema auf besondere Weise . Mit Eigenproduktionen und Gastspielen präsentiert das Kulturfestival eine spartenübergreifende Auswahl zum Thema Rausch – ohne Kater oder böses Erwachen, aber mit viel Stoff zum Nachdenken. Kunst und Kultur pur!

Unter anderem erzählt die Inszenierung „Die Legende vom heiligen Trinker“ von den letzten Tagen des Pariser Clochards Andreas. Die Eigenproduktion ist in der Kölner Kultkneipe Durst zu erleben, wo sich Abend für Abend Menschen aller Couleur dem gemeinsamen Rausch hingeben.

Bei „Kontrolle“ erwartet die BesucherInnen in den Katakomben des Kunsthauses KAT 18 eine mixed-abled Performance, die sich mit dem Thema „Rausch“ beschäftigt. Auch dieses Jahr bietet das Festivalprogramm wieder eine Reihe von Veranstaltungen von und mit Menschen mit Behinderungen.

Herzlich danken möchte ich Rolf Emmerich und Hiltrud Cordes, die wieder ein multipolares und herausragendes Programm zusammengestellt haben.

Allen UnterstützerInnen und SponsorInnen, die dazu beitragen, dass Sommerblut immer wieder die Kölner Kulturlandschaft bereichert, gilt ein großes Dankeschön.

Ich lade Sie ein, berauschende Momente bei Sommerblut 2017 zu erleben.

Herzlichst
Andrea Asch MdL
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Fragen zum Thema Rausch an

Ministerin Christina Kampmann

Christina Kampmann
Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

Rausch bedeutet für mich
Ausnahmezustand.

Ich berausche mich an
der Freiheit und Ausdrucksstärke der Kunst.

Mein letzter Rausch war
ein Rausch der Farben.

Kunst und Rausch sind
zutiefst persönliche Erfahrungen.

Nach dem Rausch kommt
mitunter Ernüchterung.

Eine Welt ohne Rauschzustände wäre
ärmer an Lebendigkeit.
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Henriette Reker

Henriette Reker
Oberbürgermeisterin der Stadt Köln

Rausch bedeutet für mich
eine Hochstimmung und ein Glücksgefühl zu erleben, von einer Begegnung mit einem anderen Menschen, von dem Klang der Musik oder einem Naturerlebnis begeistert sein.

Mein letzter Rausch war
als Rote Funkin im Karneval.

Kunst und Rausch sind
eng miteinander verbunden, denn die Kunst kann den Rausch der Begeisterung auslösen.

Nach dem Rausch kommt
bestenfalls der Tatendrang, den Alltag mit all seinen Herausforderungen zu meistern, aber auch manchmal die Ernüchterung.

Eine Welt ohne Rauschzustände wäre
langweilig.

Team

Rolf Emmerich
Festivalleiter

E-Mail: rolf.emmerich@sommerblut.de
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Hiltrud Cordes Künstlerische Leiterin

Hiltrud Cordes
Künstlerische Leitung & Programm

E-Mail: hiltrud.cordes@sommerblut.de


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Jens Ofiera Presse und Redaktion

Jens Ofiera
(Online-) Redaktion, Programmheft, Kommunikation

E-Mail: jens.ofiera@sommerblut.de
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Mechtild Tellmann
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

E-Mail: presse@sommerblut.de
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Kai Kullen
Alex Ketzer
Grafik

E-Mail: grafik@sommerblut.de
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Stephan Collet
Marketing & Koordination

E-Mail: stephan.collet@sommerblut.de ________________________________________________________________________

Martina HöfflinMartina Höfflin Webmaster
Büro für Brauchbarkeit
Programmierung und CMS

E-Mail: webmaster@sommerblut.de ________________________________________________________________________

Moritz Heitmeier
Assistent der Künstlerischen Leitung

E-Mail: moritz.heitmeier@sommerblut.de
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SONY DSCRaphael Spiegel
Festivalassistenz

E-Mail: raphael.spiegel@sommerblut.de
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Mechthild Kreuser
Inklusionsbeauftragte

E-Mail: mechthild.kreuser@sommerblut.de
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Sommerblut Team

Frank Reimann
Unser Mann für alle Fälle…
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Alle Bilder ©MEYER ORIGINALS

Das Festival in Zahlen

DAS FESTIVAL IN ZAHLEN
  • 2016: 15 JAHRE Sommerblut mit 15.000 Besuchern, 80 Veranstaltungen und 35 Veranstaltungsorten
  • 2015: 11.000 Besucher, 80 Veranstaltungen und 30 Veranstaltungsorte
  • 2014: 12.000 Besucher, 80 Veranstaltungen und 35 Veranstaltungsorte
  • 2013: 11.000 Besucher, 70 Veranstaltungen und 40 Veranstaltungsorte
  • 2012: 12.000 Besucher, 60 Veranstaltungen und 25 Veranstaltungsorte
  • 2011: 18.000 Besucher, 120 Veranstaltungen und 35 Veranstaltungsorte
  • 2010: 20.000 Besucher, 150  Veranstaltungen und 45 Veranstaltungsorte
  • 2009: 23.000 Besucher bei 150 Veranstaltungen an 40 Veranstaltungsorten
  • 2008: 20.000 Besucher bei 120 Veranstaltungen und 25 Veranstaltungsorten
  • 2007: 26 Veranstaltungsorte, 62 Veranstaltungen mit über 300 Künstlern; geschätzte Besucherzahl: 15.000
  • 2006: 15 Veranstaltungsorte, 52 Veranstaltungen mit über 100 Künstlern, 14 Köln-Premieren; geschätzte Besucherzahl: 10.000
  • 2005: 28 Veranstaltungen, 50 Künstler, neun Köln-Premieren und zehn Spielorte; geschätzte Besucherzahl: 8.000
  • 2004: 25 Veranstaltungen im Theaterhaus Köln, Limelight Köln, Gloria-Theater, Theater im Bauturm, Freies Werkstatt Theater; geschätzte Besucherzahl: 6.500
  • 2003: 16 Veranstaltungen im Theaterhaus Köln und Limelight Köln, ca. 5.000 Besucher
  • 2002: 13 Veranstaltungen im Theaterhaus Köln und Limelight Köln; ca. 2.000 Besucher